Gepostet von Politiker am Sep 14, 2011 in Politik | 33 Kommentare
Ehemalige Bundespräsidenten von 1949 bis 1999
Der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war Theodor Heuss. Er prägte dieses Amt so wie Adenauer das Amt als Bundeskanzler. Der liberale Heuss war schon in der Weimarer Republik ein Mitglied des Reichstages gewesen. Sein Amt als Bundespräsident übte er so gut es ging überparteilich aus. Durch seinen kulturellen und demokratischen Hintergrund konnte Westdeutschland das Vertrauen des Auslandes zurückerlangen. Zum Vorbild seiner Nachfolger wurde er vor Allem durch seine intellektuellen Reden.
Konrad Adenauer war eigentlich als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl vorgesehen, dieser zog sich jedoch zurück und Heinrich Lübke wurde nominiert. In seiner Amtszeit versuchte Lübke die Politik aktiv mitzugestalten. Er ist vor allem auf Grund vieler rhetorischer Fehlgriffe in Erinnerung. Später erfuhr man den Grund: eine fortgeschrittene Zerebralsklerose. Die anhaltende Kritik veranlasste ihn zu einem Rücktritt kurz vor Ende seiner zweiten Amtszeit.
Ursprüngliche wurde Heinemann nicht mit absoluter Mehrheit ins Amt gewählt, durch seine parteiübergreifenden und neutralen Handlungen wurde er jedoch von allen gewürdigt. 1950 bewogen ihn seine moralischen Überzeugungen zu einem Rücktritt als Bundesinnenminister. Diese Überzeugungen prägten auch seine Amtszeit, er betonte stets die liberalen und demokratischen Traditionen Deutschlands. 1974 verzichtete er darauf für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.
Scheel wollte in seinem Amt auch in der Politik mitwirken, dies scheiterte am Widerstand von Bundeskanzler Schmidt. Am Ende blieb Scheel allen als der singende Bundespräsident in Erinnerung. Scheel stelle sich keiner erneuten Wahl.
Die bedeutendste Entscheidung Carstens war die Auflösung des Bundestages als Resultat einer absichtlich verlorenen Vertrauensfrage von Helmut Kohl. Carstens wurde vor allem durch seine Liebe zum Wandern bekannt.
Richard von Weizsäcker war einer der bedeutendsten Bundespräsidenten. Für seine Rede zum 40. Kriegsende Jahrestag am 8. Mai 1985 erhielt er internationalen Respekt. Als er sich 1989 abermals zur Wahl stellte gab es keinen Gegenkandidaten.
Herzogs Amtszeit wurde von Anprangerungen der Politik geprägt. 1997 rief er den Deutschen Zukunftspreis ins Leben. Da Herzog erst im dritten Wahlgang gewählt wurde ließ er sich nicht erneut zur Bundespräsidenten Wahl aufstellen.
Ehemalige Bundespräsidenten von 1999 bis 2010
Johannes Rau führte die Tradition der Berliner Reden fort. Die Hauptthemen waren Integration von Ausländern, Globalisierung und die Auswirkung der Gentechnologie. Persönliche Angriffe vermied er jedoch. Als erster Bundespräsident hielt Johannes Rau eine Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament.
Da Köhler vor seiner Wahl kein innenpolitisches Mandat innehatte, traute man ihm Distanz und Unabhängigkeit zu. Er mischte sich gerne öffentlich in die Politik ein und bezeichnete die Agenda 2010 als zu wenig weitreichend. Die bedeutsamste Entscheidung traf Köhler im Jahr 2005, als er die Auflösung des Deutschen Bundestages anordnete. Grund dafür war die Vertrauensfrage des Bundeskanzlers Schröder um Neuwahlen zu erzwingen. 2009 wurde Köhler wiedergewählt, nach der Kritik an einer seiner Äußerungen erklärte er am 31.Mai 2010 seinen sofortigen Rücktritt.
Foto: picsfive – Fotolia